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Annual Bibliography of Commonwealth Literature 2007
This paper argues that discourses of love in Ghanaian market literature for youth offer a view into complex negotiations of agency and empowerment. Drawing on Deborah Durham's notion of youth as "social `shifters'" and Francis Nyamnjoh's conception of the "interconnectedness" of agency, I take Ghanaian market literature as one specific case of how African literature for youth foregrounds questions of continuity and change as African societies enter into increasingly complex global relations. In this literature for youth, received notions of love, often constructed out of impressions from American pop and hip hop music, carry new notions of agency that compete with existing "domesticated" forms. Authors like Ike Tandoh and Evelyn Tay employ discourses of love to offer youth alternative avenues for empowerment in a context of socio-economic disenfranchizement. In a creative process of "straddling", this writing both reveals and reproduces the contradictions that obtain in youth configurations of agency.

A Book Of German Lyrics

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Und immer stiller wird es drin;
Die Alte tritt zum Kranken hin.

Der hat die Haende gefaltet dicht;
Sie zieht ihm das Laken uebers Gesicht.

Dann geht sie fort. Stumm wird's und leer, 25
Und drinnen wacht kein Auge mehr.

* * * * *

109. APRIL

Das ist die Drossel, die da schlaegt,
Der Fruehling, der mein Herz bewegt.
Ich fuehle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fliesset wie ein Traum-- 5
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

* * * * *

110. MAI

Die Kinder schreien Vivat hoch!
In die blaue Luft hinein;
Den Fruehling setzen sie ans den Thron.
Der soll ihr Koenig sein.
* * * * *
Die Kinder haben die Veilchen gepflueckt, 5
All, all, die da bluehten am Muehlengraben.
Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest
In ihren kleinen Faeusten haben.

* * * * *

111. ELISABETH

Meine Mutter hat's gewollt,
Den andern ich nehmen sollt';
Was ich zuvor besessen,
Mein Herz sollt es vergessen;
Das hat es nicht gewollt. 5

Meine Mutter klag' ich an,
Sie hat nicht wohl getan;
Was sonst in Ehren stuende,
Nun ist es worden Suende.
Was fang' ich an? 10

Fuer all mein Stolz und Freud'
Gewonnen hab' ich Leid.
Ach, waer' das nicht geschehen,
Ach, koennt' ich betteln gehen
Ueber die braune Heid'! 15

* * * * *

112. FRAUENHAND

Ich weiss es wohl, kein klagend Wort
Wird ueber deine Lippen gehen;
Doch was so sanft dein Mund verschweigt,
Muss deine blasse Hand gestehen.

Die Hand, an der mein Auge haengt, 5
Zeigt jenen feinen Zug der Schmerzen,
Und dass in schlummerloser Nacht
Sie lag auf einem kranken Herzen.

* * * * *

113. SCHLIESSE MIR DIE AUGEN BEIDE

Schliesse mir die Augen beide
Mit den lieben Haenden zu!
Geht doch alles, was ich leide,
Unter deiner Hand zur Ruh'.
Und wie leise sich der Schmerz 5
Well' um Welle schlafen leget,
Wie der letzte Schlag sich reget,
Fuellest du mein ganzes Herz.

* * * * *

[Illustration: Elfenreigen, by Moritz von Schwind]

* * * * *




CONRAD FERDINAND MEYER




114. LIEDERSEELEN

In der Nacht, die die Baeume mit Blueten deckt,
Ward ich von suessen Gespenstern erschreckt,
Ein Reigen schwang im Garten sich,
Den ich mit leisem Fuss beschlich;
Wie zarter Elfen Chor im Ring 5
Ein weisser lebendiger Schimmer ging.
Die Schemen hab' ich keck befragt:
Wer seid ihr, luftige Wesen? Sagt!

"Ich bin ein Woelkchen, gespiegelt im See."
"Ich bin eine Reihe von Stapfen im Schnee." 10
"Ich bin ein Seufzer gen Himmel empor!"
"Ich bin ein Geheimnis, gefluestert ins Ohr."
"Ich bin ein frommes, gestorbnes Kind."
"Ich bin ein ueppiges Blumengewind--"
"Und die du waehlst, und der's beschied 15
Die Gunst der Stunde, die wird ein Lied."

* * * * *

115. NACHTGERAEUSCHE

Melde mir die Nachtgeraeusche, Muse,
Die ans Ohr des Schlummerlosen fluten!--
Erst das traute Wachtgebell der Hunde,
Dann der abgezaehlte Schlag der Stunde,
Dann ein Fischer-Zwiegespraech am Ufer, 5
Dann? Nichts weiter als der ungewisse
Geisterlaut der ungebrochnen Stille,
Wie das Atmen eines jungen Busens,
Wie das Murmeln eines tiefen Brunnens,
Wie das Schlagen eines dumpfen Ruders, 10
Dann der ungehoerte Tritt des Schlummers.

* * * * *

116. DAS TOTE KIND

Es hat den Garten sich zum Freund gemacht,
Dann welkten er und es im Herbste sacht,
Die Sonne ging, und es und er entschlief,
Gehuellt in eine Decke weiss und tief.

Jetzt ist der Garten unversehns erwacht,
Die Kleine schlummert fest in ihrer Nacht.
"Wo steckst du?" summt es dort und summt es hier.
Der ganze Garten fraegt nach ihr, nach ihr.

Die blaue Winde klettert schlank empor
Und blickt ins Haus: "Komm hinterm Schrank hervor!
Wo birgst du dich? Du tust dir's selbst zu leid!
Was hast du fuer ein neues Sommerkleid?"

* * * * *

117. IM SPAETBOOT


Aus der Schiffsbank mach' ich meinen Pfuehl,
Endlich wird die heisse Stirne kuehl!
O wie suess erkaltet mir das Herz!
O wie weich verstummen Lust und Schmerz!
Ueber mir des Rohres schwarzer Rauch 5
Wiegt und biegt sich in des Windes Hauch.
Hueben hier und drueben wieder dort
Haelt das Boot an manchem kleinen Port:
Bei der Schiffslaterne kargem Schein
Steigt ein Schatten aus und niemand ein. 10
Nur der Steurer noch, der wacht und steht!
Nur der Wind, der mir im Haare weht!
Schmerz und Lust erleiden sanften Tod.
Einen Schlumm'rer traegt das dunkle Boot.

* * * * *

118. VOR DER ERNTE

Am wolkenreinen Himmel geht
Die blanke Sichel schoen,
Im Korne drunten wogt und weht
Und wuehlt und rauscht der Foehn.

Sie wandert voller Melodie 5
Hochueber durch das Land.
Frueh morgen schwingt die Schnitt'rin sie
Mit sonnenbrauner Hand.

* * * * *

119. DER ROEMISCHE BRUNNEN

Aufsteigt der Strahl und fallend giesst
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, ueberfliesst
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich. 5
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und stroemt und ruht.

* * * * *

120. NEUJAHRSGLOCKEN

In den Lueften schwellendes Gedroehne,
Leicht wie Halme biegt der Wind die Toene

Leis' verhallen, die zum ersten riefen,
Neu Gelaeute hebt sich aus den Tiefen.

Grosse Heere, nicht ein einzler Rufer! 5
Wohllaut flutet ohne Strand und Ufer.

* * * * *

121. SAEERSPRUCH

Bemesst den Schritt! Bemesst den Schwung!
Die Erde bleibt noch lange jung!
Dort faellt ein Korn, das stirbt und ruht.
Die Ruh' ist suess. Es hat es gut.
Hier eins das durch die Scholle bricht. 5
Es hat es gut. Suess ist das Licht.
Und keines faellt aus dieser Welt
Und jedes faellt, wie 's Gott gefaellt.

* * * * *

122. SCHNITTERLIED

Wir schnitten die Saaten, wir Buben und Dirnen,
Mit nackenden Armen und triefenden Stirnen,
Von donnernden dunklen Gewittern bedroht--
Gerettet das Korn und nicht einer, der darbe!
Von Garbe zu Garbe 5
Ist Raum fuer den Tod---
Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot!

Hoch thronet ihr Schoenen auf gueldenen Sitzen,
In strotzenden Garben umflimmert von Blitzen--
Nicht eine, die darbe! Wir bringen das Brot! 10
Zum Reigen! Zum Tanze! Zur tosenden Runde!
Von Munde zu Munde
Ist Raum fuer den Tod---
Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot!

* * * * *

123. NACH EINEM NIEDERLAENDER

Der Meister malt ein kleines zartes Bild,
Zurueckgelehnt, beschaut er's liebevoll.
Es pocht. "Herein." Ein flaemischer Junker ist's.
Mit einer drallen, aufgedonnerten Dirn',
Der vor Gesundheit fast die Wange birst. 5
Sie rauscht von Seide, flimmert von Geschmeid.
"Wir haben's eilig, lieber Meister. Wisst,
Ein wackrer Schelm stiehlt mir das Toechterlein.
Morgen ist Hochzeit. Malet mir mein Kind!"
"Zur Stunde, Herr! Nur noch den Pinselstrich!" 10
Sie treten lustig vor die Staffelei:
Auf einem blanken Kissen schlummernd liegt
Ein feiner Maedchenkopf. Der Meister fetzt
Des Blumenkranzes tiefste Knospe noch
Auf die verblichne Stirn mit leichter Hand. 15
--"Nach der Natur?" --"Nach der Natur. Mein Kind.
Gestern beerdigt. Herr, ich bin zu Dienst."

* * * * *

124. EINGELEGTE RUDER

Meine eingelegten Ruder triefen,
Tropfen fallen langsam in die Tiefen.

Nichts, das mich verdross! Nichts, das mich freute!
Niederrinnt ein schmerzenloses Heute!

Unter mir--ach, aus dem Licht verschwunden-- 5
Traeumen schon die schoenern meiner Stunden.

Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern:
Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?

* * * * *

125. EWIG JUNG IST NUR DIE SONNE

Heute fanden meine Schritte mein vergessnes Jugendtal,
Seine Sohle lag veroedet, seine Berge standen kahl.
Meine Baeume, meine Traeume, meine buchendunkeln Hoeh'n--
Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schoen.
Drueben dort in schilf'gem Grunde, wo die muede Lache liegt, 5
Hat zu meiner Jugendstunde sich lebend'ge Flut gewiegt,
Durch die Heiden, durch die Weiden ging ein wandernd
Herdgetoen---
Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schoen.

* * * * *

126. REQUIEM

Bei der Abendsonne Wandern
Wann ein Dorf den Strahl verlor,
Klagt sein Dunkel es den andern
Mit vertrauten Toenen vor.

Noch ein Gloecklein hat geschwiegen 5
Auf der Hoehe his zuletzt.
Nun beginnt es sich zu wiegen,
Horch, mein Kilchberg laeutet jetzt!

* * * * *

127. ABENDWOLKE

So stille ruht im Hafen
Das tiefe Wasser dort,
Die Ruder sind entschlafen,
Die Schifflein sind im Port.

Nur oben in dem Aether 5
Der lauen Maiennacht,
Dort segelt noch ein spaeter
Friedfert'ger Ferge sacht.

Die Barke still und dunkel
Faehrt hin im Daemmerschein 10
Und leisem Sterngefunkel
Am Himmel und hinein.

* * * * *

128. DAS GLOECKLEIN

Er steht an ihrem Pfuehl in herber Qual,
Den jungen Busen muss er keuchen sehn--
Er ist ein Arzt. Er weiss, sein traut Gemahl
Erblasst, sobald die Morgenschauer wehn.

Sie hat geschlummert: "Lieber, du bei mir? 5
Mir traeumte, dass ich auf der Alpe war,
Wie schoen mir traeumte, das erzaehl' ich dir--
Du schickst mich wieder hin das naechste Jahr!

"Dort vor dem Dorf--du weisst den moos'gen Stein--
Sass ich umhallt von lauter Herdgetoen, 10
An mir vorueber zogen mit Schalmei'n
Die Herden nieder von den Sommerhoeh'n.

"Die Herden kehren alle heut nach Haus--
Das ist die letzte wohl? Nein, eine noch:
Noch ein Gelaeut klingt an und eins klingt aus! 15
Das endet nicht! Da kam das letzte doch!

"Mich ueberflutete das Abendrot,
Die Matten dunkelten so gruen und rein,
Die Firnen brannten aus und waren tot,
Darueber glomm ein leiser Sternenschein-- 20

"Du horch! ein Gloecklein laeutet in der Schlucht,
Verirrt, verspaetet, wandert's ohne Ruh,
Ein armes Gloecklein, das die Herde sucht--
Aufwacht' ich dann, und bei mir warest du!

"O bring mich wieder auf die lieben Hoeh'n-- 25
Sie haben, sagst du, mich gesund gemacht ...
Dort war es schoen! Dort war es wunderschoen!
Das Gloecklein! Wieder! Hoerst du's? Gute Nacht...."

* * * * *

129. DIE BANK DES ALTEN

Ich bin einmal in einem Tal gegangen,
Das fern der Welt, dem Himmel nahe war.
Durch das Gelaende seiner Wiesen klangen
Die Sensen rings der zweiten Mahd im Jahr.

Ich schritt durch eines Doerfchens stille Gassen. 5
Kein Laut. Vor einer Huette sass allein
Ein alter Mann, von seiner Kraft verlassen,
Und schaute feiernd auf den Firneschein.

Zuweilen, in die Hand gelegt die Stirne,
Seh' ich den Himmel jenes Tales blaun, 10
Den Mueden seh ich wieder auf die Firne,
Die nahen, selig klaren Firnen schaun.

's ist nur ein Traum. Wohl ist der Greis geschieden
Aus dieser Sonne Licht von Jahren schwer;
Er schlummert wohl in seines Grabes Frieden, 15
Und seine Bank steht vor der Huette leer.

Noch pulst mein Leben feurig. Wie den andern
Kommt mir ein Tag, da mich die Kraft verraet;
Dann will ich langsam in die Berge wandern
Und suchen, wo die Bank des Alten steht. 20




DETLEV VON LILIENCRON




130. DIE MUSIK KOMMT

Klingling, bumbum und tschingdada,
Zieht im Triumph der Perserschah?
Und um die Ecke brausend bricht's
Wie Tubaton des Weltgerichts,
Voran der Schellentraeger. 5

Brumbrum, das grosse Bombardon,
Der Beckenschlag, das Helikon,
Die Piccolo, der Zinkenist,
Die Tuerkentrommel, der Floetist,
Und dann der Herre Hauptmann. 10

Der Hauptmann naht mit stolzem Sinn,
Die Schuppenkette unterm Kinn,
Die Schaerpe schnuert den schlanken Leib,
Beim Zeus! das ist kein Zeitvertreib,
Und dann die Herren Leutnants. 15

Zwei Leutnants, rosenrot und braun,
Die Fahne schuetzen sie als Zaun,
Die Fahne kommt, den Hut nimm ab,
Der bleiben treu wir bis ans Grab!
Und dann die Grenadiere. 20

Der Grenadier im strammen Tritt,
In Schritt und Tritt und Tritt und Schritt,
Das stampft und droehnt und klappt und flirrt,
Laternenglas und Fenster klirrt,
Und dann die kleinen Maedchen. 25

Die Maedchen alle, Kopf an Kopf,
Das Auge blau und blond der Zopf,
Aus Tuer und Tor und Hof und Haus
Schaut Mine, Trine, Stine aus,
Vorbei ist die Musike. 30

Klingling, tschingtsching und Paukenkrach,
Noch aus der Ferne toent es schwach,
Ganz leise bumbumbumbum tsching;
Zog da ein bunter Schmetterling,
Tschingtsching, bum, um die Ecke? 35

* * * * *

131. TOD IN AEHREN

Im Weizenfeld, in Korn und Mohn,
Liegt ein Soldat, unaufgefunden,
Zwei Tage schon, zwei Naechte schon,
Mit schweren Wunden, unverbunden.

Durstueberquaelt und fieberwild, 5
Im Todeskampf den Kopf erhoben.
Ein letzter Traum, ein letztes Bild,
Sein brechend Auge schlaegt nach oben.

Die Sense sirrt im Aehrenfeld,
Er sieht sein Dorf im Arbeitsfrieden, 10
Ade, ade du Heimatwelt--
Und beugt das Haupt, und ist verschieden.

* * * * *

132. IN ERINNERUNG

Wilde Rosen ueberschlugen
Tiefer Wunden rotes Blut.
Windverwehte Klaenge trugen
Siegesmarsch und Siegesflut.

Nacht. Entsetzen ueberspuelte 5
Dorf und Dach in Laerm und Glut.
"Wasser!" Und die Hand zerwuehlte
Gras und Staub in Dursteswut.

Morgen. Graebergraber. Gruefte.
Manch ein letzter Atemzug. 10
Weither, witternd, durch die Luefte
Braust und graust ein Geierflug.

* * * * *

133. WER WEISS WO

(Schlacht bei Kolin, 18. Juni 1757.)

Auf Blut und Leichen, Schutt und Qualm,
Auf rosszerstampften Sommerhalm
Die Sonne schien.
Es sank die Nacht. Die Schlacht ist aus,
Und mancher kehrte nicht nach Haus 5
Einst von Kolin.

Ein Junker auch, ein Knabe noch,
Der heut das erste Pulver roch,
Er musste dahin.
Wie hoch er auch die Fahne schwang, 10
Der Tod in seinen Arm ihn zwang,
Er musste dahin.

Ihm nahe lag ein frommes Buch,
Das stets der Junker bei sich trug
Am Degenknauf. 15
Ein Grenadier von Bevern fand
Den kleinen erdbeschmutzten Band
Und hob ihn auf.

Und brachte heim mit schnellem Fuss
Dem Vater diesen letzten Gruss, 20
Der klang nicht froh.
Dann schrieb hinein die Zitterhand:
"Kolin. Mein Sohn verscharrt im Sand.
Wer weiss wo."

Und der gesungen dieses Lied, 25
Und der es liest, im Leben zieht
Noch frisch und froh.
Doch einst bin ich, und bist auch du,
Verscharrt im Sand, zur ewigen Ruh',
Wer weiss wo. 30

* * * * *

134. SOMMERNACHT

An ferne Berge schlug die Donnerkeulen
Ein rasch verrauschtes Nachmittaggewitter.
Die Bauern zogen heim auf mueden Gaeulen,
Und singend kehrten Winzervolk und Schnitter.
Auf allen Daechern qualmten blaue Saeulen 5
Genuegsam himmelan, ein luftig Gitter.
Nun ist es Nacht, es geistern schon die Eulen,
Einsam aus einer Laube klingt die Zither.

* * * * *

135. MEINER MUTTER

Wie oft sah ich die blassen Haende naehen,
Ein Stueck fuer mich--wie liebevoll du sorgtest!
Ich sah zum Himmel deine Augen flehen,
Ein Wunsch fuer mich--wie liebevoll du sorgtest!
Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen, 5
Ein Schutz fuer mich--wie sorgenvoll du horchtest!
Laengst schon dein Grab die Winde ueberwehen.
Ein Gruss fuer mich--wie liebevoll du sorgtest!

* * * * *

136. WIEGENLIED

Vor der Tuere schlaeft der Baum,
Durch den Garten zieht ein Traum.
Langsam schwimmt der Mondeskahn,
Und im Schlafe kraeht der Hahn.
Schlaf, mein Woelfchen, schlaf. 5

Schlaf, mein Wulff. In spaeter Stund
Kuess' ich deinen roten Mund.
Streck dein kleines dickes Bein,
Steht noch nicht auf Weg und Stein.
Schlaf, mein Woelfchen, schlaf. 10

Schlaf, mein Wulff. Es kommt die Zeit,
Regen rinnt, es stuermt und schneit.
Lebst in atemloser Hast,
Haettest gerne Schlaf und Rast.
Schlaf, mein Woelfchen, schlaf. 15

Vor der Tuere steht der Baum,
Durch den Garten zieht ein Traum.
Langsam schwimmt der Mondeskahn,
Und im Schlafe kraeht der Hahn.
Schlaf, mein Woelfchen, schlaf. 20

* * * * *

137. VIERERZUG

Vorne vier nickende Pferdekoepfe,
Neben mir zwei blonde Maedchenzoepfe,
Hinten der Groom mit wichtigen Mienen,
An den Raedern Gebell.

In den Doerfern windstillen Lebens Genuege, 5
Auf den Feldern fleissige Spaten und Pfluege,
Alles das von der Sonne beschienen
So hell, so hell.

* * * * *

138. SCHOENE JUNITAGE

Mitternacht, die Gaerten lauschen,
Fluesterwort und Liebeskuss,
Bis der letzte Klang verklungen,
Weil nun alles schlafen muss--
Flussueberwaerts singt eine Nachtigall. 5

Sonnengruener Rosengarten,
Sonnenweisse Stromesflut,
Sonnenstiller Morgenfriede,
Der auf Baum und Beeten ruht--
Flussueberwaerts singt eine Nachtigall. 10

Strassentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkraenze, Leichenzuege,
Tausendfaeltig Leben rinnt---
Flussueberwaerts singt eine Nachtigall. 15

Langsam graut der Abend nieder,
Milde wird die harte Welt,
Und das Herz macht seinen Frieden,
Und zum Kinde wird der Held---
Flussueberwaerts singt eine Nachtigall. 20




A WORD TO THE READER

Verse must be read aloud. Rhyme, rhythm, alliteration, assonance, vowel
coloring, the effect of enjambement, to name only the more obvious
phenomena, appeal solely to the ear. Looking at a page of verse is like
looking at a page of music. Unless the symbols are translated into sound
values, the effect is blank. A skilled musician is able to translate the
printed notes to the inner sense, but even he will prefer to hear the
music and will always consider this the final test. Thus it is also with
verse: it must be read aloud. Lyric verse is best read in privacy or in a
small congenial group. When the humdrum noise and the humdrum cares of
the world have vanished, then the moment has come when one may steep
one's soul in lyric beauty. One never tires of a really great lyric: like
a true friend, a longer acquaintance adds only new delight.

And why read lyric poetry at all? Some people ask that question, and for
them the case may be hopeless. If the lyric sense is utterly lacking,
then it is their sad lot to live in the desert of the practical world.
Art is not for them: neither music nor poetry nor painting nor sculpture
nor architecture; for something of the lyric impulse lives in all of
these. But many ask that question who some day will see, and for them I
must attempt a brief answer. All literature is an interpretation of life,
and the better one understands life the better one understands
literature, and vice versa. Lyric poetry is the most direct
interpretation of life, because here the poet reveals his innermost self
directly. We strive to enrich our intellectual power by reliving the
thought of Plato and of Kant. Why not enrich our emotional life and our
whole being by reliving the world of Goethe or Shelley? The poets have
lived for us, and the pure essence of their life we can make our own in
their lyric verse.

* * * * *

ELEMENTS OF VERSIFICATION

RHYTHM.-- While in Greek and Latin it depends on quantity, i.e., length
of the syllables, in German as in English it depends on stress, that is,
accent. The smallest rhythmical unit is called a foot and corresponds to
a measure in music with the exception that the accent need not be on the
first syllable. A verse consists of two or more feet (verses with only a
single foot are rare) and may end either with an accented syllable
(masculine ending) or with an unaccented (feminine ending). Especially
within longer verses there often occurs a slight rest or break, called
caesura. Designating the accented syllable by -- and the unaccented by X,
the more common feet with their Graeco-Roman names may be represented
thus:

Iambic, X --
Trochee, -- X
Dactyl, -- XX
Anapaest, XX --.

This terminology is, however, of little avail in the German _Volkslied_,
that is the simple folksong, and in that large body of German verse which
is patterned after it. Here the basic principle is the number of accented
syllables. The number of unaccented syllables varies. A measure (i.e., a
foot) may have either one or two unaccented syllables, in the real
Volkslied often three. (A measure without an unaccented syllable, so
common in older verse, is but rarely met with to-day; see 84, 7.)
Goethe's more popular ballads as _Erlkoenig_ or _der Koenig in Thule_ offer
good examples of this freer technique. Above all, however, Heine made use
of this principle, while Platen, whom later German verse tends to follow
in this respect (e.g., Meyer and Liliencron), espoused the strict classic
ideal.[1]

[1] Exceptions are only apparent, as in 68, 7. Platen followed the
rules of Graeco-Roman prosody, where a long syllable could be
substituted for two short syllables.

RHYME.--When two or more words correspond from their accented vowel on,
they are said to rhyme: _Pferde--Erde_. The rhyming syllable must carry
at least a secondary accent: _Heiligkeit--Zeit_. Rhymes of one syllable
are called masculine, of two syllables feminine. According to their
degree of perfection rhymes are classified as pure and impure. Thus
_geboren--geschworen_, _bestellt--Welt_ are pure, _gesehn--schoen_,
_gerissen--Fuessen_, _Lied--Gemuet_, _sprach--Gemach_, _Wiesen--fliessen_
are impure. Impure rhymes are not of necessity poor, but may be used to
enhance the musical effects of a poem. Heine was a master in this
respect. The modern school, however, tends to avoid impure rhymes.

Rhymes within a verse are called internal rhymes.

ALLITERATION--two or more accented syllables beginning with the same
consonant or with a vowel: _Von weissen Wolken umwogt_, 59, 2--is used to
enhance the rhythmic-melodic character of a poem, as is also
assonance--the agreement of vowels in two or more accented syllables, 36.
Often assonance is practically a form of impure rhyme,
_Grunde--verschwunden_, 41, _Himmel--Schimmer_, 44.

STANZA--a union of two or more verses. In a stanza itself the individual
verses may either stand apart or two or more verses may form larger
units. Thus the structure of the various stanzas may be made to
differentiate and the rhythmic-melodic character of the poem be thereby
modified (44 and 56 and notes). Similarly, stanzas may form larger units
(2). If the end of a verse breaks into a syntactic unit, we have what is
called an enjambement. This tends to put a special stress on the last
word. Notice for example the onomatopoetic effect in 13, 7 and 8:

Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

REFRAIN.--This is a repetition of one or more verses, either exactly
repeated or slightly modified, at the end of a stanza or less frequently
at another fixed place (4, 10, 34). Aside from its rhythmic-melodic
effect the refrain helps to center the attention on a certain idea or
motif.

STANZA AND VERSE FORMS.--Only a few need any special discussion.

1. _Blank Verse_. This is the verse of Shakspere and was introduced into
Germany from England. It is an unrhymed iambic verse of five feet (19).

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