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Annual Bibliography of Commonwealth Literature 2007
This paper argues that discourses of love in Ghanaian market literature for youth offer a view into complex negotiations of agency and empowerment. Drawing on Deborah Durham's notion of youth as "social `shifters'" and Francis Nyamnjoh's conception of the "interconnectedness" of agency, I take Ghanaian market literature as one specific case of how African literature for youth foregrounds questions of continuity and change as African societies enter into increasingly complex global relations. In this literature for youth, received notions of love, often constructed out of impressions from American pop and hip hop music, carry new notions of agency that compete with existing "domesticated" forms. Authors like Ike Tandoh and Evelyn Tay employ discourses of love to offer youth alternative avenues for empowerment in a context of socio-economic disenfranchizement. In a creative process of "straddling", this writing both reveals and reproduces the contradictions that obtain in youth configurations of agency.

Candida

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(Morell kniet ganz ueberwaeltigt neben ihren Stuhl und umschlingt sie
mit knabenhafter Leidenschaft:) Alles ist wahr, jedes Wort. Was ich
bin, hast du aus mir gemacht, durch die Arbeit deiner Haende und die
Liebe deines Herzens. Du bist mein Weib, meine Mutter, meine
Schwester,--du bist die Summe aller Liebessorgen fuer mich.

(Candida in seinen Armen, laechelnd zu Marchbanks:) Bin ich Ihnen auch
Mutter und Schwester, Eugen?

(Marchbanks erhebt sich mit einer heftigen Bewegung des Ekels:) Oh,
niemals! Hinaus denn in die Nacht mit mir!

(Candida erhebt sich rasch und unterbricht ihn:) sie werden nicht so
von uns gehn, Eugen!

(Marchbanks mit dem Tonfall eines entschlossenen Mannes, nicht mit der
Stimme eines Knaben:) Ich weiss, wann die Stunde geschlagen hat. Ich
bin ungeduldig zu tun, was getan werden muss.

(Morell erhebt sich von seinen Knien, beunruhigt:) Candida, lass ihn
nichts Uebereiltes begehen!

(Candida laechelt Eugen vertrauensvoll an:) Oh, sei unbesorgt, er hat
gelernt, ohne Glueck zu leben.

(Marchbanks.) Ich ersehne nicht mehr Glueck; das Leben kann Hoeheres
bieten. Pastor Jakob, ich gebe Ihnen mein Glueck mit beiden Haenden hin;
ich liebe Sie, weil Sie das Herz der Frau, ganz ausgefuellt haben, die
ich liebte. Leben Sie wohl! (Er geht zur Tuer.)

(Candida.) Ein letztes Wort. (Er haelt inne, aber ohne sich nach ihr
umzuwenden.) Wie alt sind Sie, Eugen?

(Marchbanks.) Jetzt bin ich so alt wie die Welt. Heute morgen war ich
achtzehn Jahre!

(Candida geht zu ihm hin und steht hinter ihm, eine Hand liebkosend
auf seiner Schulter:) Achtzehn... Wollen Sie mir zuliebe ein kleines
Gedicht aus zwei Zeilen machen, die ich Ihnen sagen will? Und wollen
Sie mir versprechen, sich's immer vorzusagen, so oft Sie an mich
denken.

(Marchbanks ohne sich zu ruehren:) Sagen Sie die beiden Zeilen.

(Candida.) Wenn ich dreissig sein werde, dann wird sie fuenfundvierzig
sein; wenn ich sechzig sein werde, dann wird sie fuenfundsiebzig sein.

(Marchbanks wendet sich nach ihr um:) In hundert Jahren werden wir
gleich alt sein! Aber ich trage ein besseres Geheimnis als das in
meinem Herzen! Lassen Sie mich jetzt gehen, die Nacht waechst draussen
ungeduldig.

(Candida.) Leben Sie wohl! (Sie nimmt sein Gesicht in die Haende, und
da er ihre Absicht erraet und sein Knie beugt, kuesst sie ihn auf die
Stirne, dann flieht er hinaus in die Nacht.--Sie wendet sich zu Morell,
mit ausgebreiteten Armen:) O Jakob! (Sie umarmen einander. Aber das
Geheimnis in des Dichters Herzen, das kennen sie nicht.)

(Vorhang)



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