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Annual Bibliography of Commonwealth Literature 2007
This paper argues that discourses of love in Ghanaian market literature for youth offer a view into complex negotiations of agency and empowerment. Drawing on Deborah Durham's notion of youth as "social `shifters'" and Francis Nyamnjoh's conception of the "interconnectedness" of agency, I take Ghanaian market literature as one specific case of how African literature for youth foregrounds questions of continuity and change as African societies enter into increasingly complex global relations. In this literature for youth, received notions of love, often constructed out of impressions from American pop and hip hop music, carry new notions of agency that compete with existing "domesticated" forms. Authors like Ike Tandoh and Evelyn Tay employ discourses of love to offer youth alternative avenues for empowerment in a context of socio-economic disenfranchizement. In a creative process of "straddling", this writing both reveals and reproduces the contradictions that obtain in youth configurations of agency.

Dantons Tod

G >> Georg Buchner >> Dantons Tod

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Ich gehe leise. Ich kuesse sie nicht, dass kein Hauch, kein Seufzer
sie aus dem Schlummer wecke. - Schlafe, schlafe! (Sie stirbt.)



Siebente Szene

Der Revolutionsplatz

Die Wagen kommen angefahren und halten vor der Guillotine. Maenner und
Weiber singen und tanzen die Carmagnole. Die Gefangenen stimmen die
Marseillaise an.

Ein Weib (mit Kindern).
Platz! Platz! Die Kinder schreien, sie haben Hunger. Ich muss sie
zusehen machen, dass sie still sind. Platz!

Ein Weib.
He, Danton, du kannst jetzt mit den Wuermern Unzucht treiben.

Eine andere.
Herault, aus deinen huebschen Haaren lass ich mir eine Peruecke
machen.

Herault.
Ich habe nicht Waldung genug fuer einen so abgeholzten Venusberg.

Camille.
Verfluchte Hexen! Ihr werdet noch schreien: "Ihr Berge, fallet auf
uns!"

Ein Weib.
Der Berg ist auf euch, oder ihr seid ihn vielmehr hinuntergefallen.

Danton (zu Camille).
Ruhig, mein Junge! Du hast dich heiser geschrien.

Camille (gibt dem Fuhrmann Geld).
Da, alter Charon, dein Karren ist ein guter Praesentierteller! -
Meine Herren, ich will mich zuerst servieren. Das ist ein klassisches
Gastmahl; wir liegen auf unsern Plaetzen und verschuetten etwas
Blut als Libation. Adieu, Danton! (Er besteigt das Blutgeruest, die
Gefangnen folgen ihm, einer nach dem andern. Danton steigt zuletzt
hinauf.)

Lacroix (zu dem Volk).
Ihr toetet uns an dem Tage, wo ihr den Verstand verloren habt; ihr
werdet sie an dem toeten, wo ihr ihn wiederbekommt.

Einige Stimmen.
Das war schon einmal da; wie langweilig!

Lacroix.
Die Tyrannen werden ueber unsern Graebern den Hals brechen.

Herault (zu Danton).
Er haelt seine Leiche fuer ein Mistbeet der Freiheit.

Philippeau (auf dem Schafott).
Ich vergebe euch; ich wuensche, eure Todesstunde sei nicht bittrer als
die meinige.

Herault.
Dacht' ich's doch! er muss sich noch einmal in den Busen greifen und
den Leuten da unten zeigen, dass er reine Waesche hat.

Fabre.
Lebe wohl, Danton! Ich sterbe doppelt.

Danton.
Adieu, mein Freund! Die Guillotine ist der beste Arzt.

Herault (will Danton umarmen).
Ach, Danton, ich bringe nicht einmal einen Spass mehr heraus. Da ist's
Zeit. (Ein Henker stoesst ihn zurueck.)

Danton (zum Henker).
Willst du grausamer sein als der Tod? Kannst du verhindern, dass
unsere Koepfe sich auf dem Boden des Korbes kuessen?



Achte Szene

Eine Strasse

Lucile.
Es ist doch was wie Ernst darin. Ich will einmal nachdenken. Ich fange
an, so was zu begreifen.

Sterben - Sterben -! - Es darf ja alles leben, alles, die kleine
Muecke da, der Vogel. Warum denn er nicht? Der Strom des Lebens
muesste stocken, wenn nur der eine Tropfen verschuettet wuerde. Die
Erde muesste eine Wunde bekommen von dem Streich.

Es regt sich alles, die Uhren gehen, die Glocken schlagen, die Leute
laufen, das Wasser rinnt, und so alles weiter bis da, dahin - nein,
es darf nicht geschehen, nein, ich will mich auf den Boden setzen und
schreien, dass erschrocken alles stehn bleibt, alles stockt, sich
nichts mehr regt. (Sie setzt sich nieder, verhuellt sich die Augen und
stoesst einen Schrei aus. Nach einer Pause erhebt sie sich:) Das hilft
nichts, da ist noch alles wie sonst; die Haeuser, die Gasse, der Wind
geht, die Wolken ziehen. - Wir muessen's wohl leiden.

(Einige Weiber kommen die Gasse herunter.)

Erstes Weib.
Ein huebscher Mann, der Herault!

Zweites Weib.
Wie er beim Konstitutionsfest so am Triumphbogen stand, da dacht' ich
so, der muss sich gut auf der Guillotine ausnehmen, dacht' ich. Das
war so 'ne Ahnung.

Drittes Weib.
Ja, man muss die Leute in allen Verhaeltnissen sehen; es ist recht
gut, dass das Sterben so oeffentlich wird. (Sie geben vorbei.)

Lucile.
Mein Camille! Wo soll ich dich jetzt suchen?



Neunte Szene

Der Revolutionsplatz

Zwei Henker, an der Guillotine beschaeftigt.

Erster Henker (steht auf der Guillotine und singt).
Und wann ich hame geh,
Scheint der Mond so scheh...

Zweiter Henker.
He, holla! Bist bald fertig?

Erster Henker.
Gleich, gleich! (Singt:)

Scheint in meines Ellervaters Fenster -
Kerl, wo bleibst so lang bei de Menscher?

So! Die Jacke her! (Sie gehn singend ab:)

Und wann ich hame geh,
Scheint der Mond so scheh...

Lucile (tritt auf und setzt sich auf die Stufen der Guillotine).
Ich setze mich auf deinen Schoss, du stiller Todesengel. (Sie singt:)

Es ist ein Schnitter, der heisst Tod,
Hat Gewalt vom hoechsten Gott.

Du liebe Wiege, die du meinen Camille in Schlaf gelullt, ihn unter
deinen Rosen erstickt hast. Du Totenglocke, die du ihn mit deiner
suessen Zunge zu Grabe sangst. (Sie singt:)

Viel Hunderttausend ungezaehlt,
Was nur unter die Sichel faellt.

(Eine Patrouille tritt auf.)

Ein Buerger.
He, wer da?

Lucile (sinnend und wie einen Entschluss fassend, ploetzlich).
Es lebe der Koenig!

Buerger.
Im Namen der Republik! (Sie wird von der Wache umringt und
weggefuehrt.)




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